Programm

12.08. Freitag Eröffnung
Rafaela Stern

19.00 Uhr   Junge Flamencotalente aus drei Nationen

Das Vorprogramm gibt einen Einblick in das große Potenzial des Flamenco. Drei junge Tänzerinnen aus verschiedenen Nationen zeigen sowohl in Solo- als auch in Gruppenchoreographien ihr hohes Können. Begleitet werden sie von Ardillita und Musikern seiner Gruppe.

Die in Serbien geborene Maria Keck wuchs in Ungarn auf und beschäftigte sich schon früh mit zeitgenössischem Tanz, Improvisation, Pantomime und ungarischer Folklore, bevor sie den Flamenco entdeckte. Zur Zeit studiert sie Choreographie des Modernen Tanzes.

Rafaela Stern befasst sich seit ihrem 15. Lebensjahr intensiv mit dem Flamenco. Zu ihren Lehrern gehörten Rafaela Carrasco, Javier Latorre, Joaquín Ruiz und Chiqui de Jerez.

Loli Salado ist die jüngere Schwester von Carmen Salado, die mit ihrer Gruppe „Nacardá“ beim letzten Festival auf dem pfefferberg tanzte. Als Kinder spanischer Emigranten kamen die Schwestern in Hannover zur Welt. Loli wurde mit nur 16 Jahren feste Tänzerin der Gruppe „Calima Flamenca“, mit der sie durch ganz Deutschland tourte.

Ardillita

20.00 Uhr   „Manicomio Del Arte Mio“

Ardillita y su grupo
New / Young Flamenco (Rock, Pop & Flamenco)

Selbstbewusst und stimmgewaltig eröffnen Manuel Lojo „Ardillita“ und seine Band das 10. Flamenco Festival auf dem pfefferberg. Ardillita - spanischer Multi-Vocalist, Bühnenstar und Flamenco-Rocker aus Frankfurt am Main - zieht mit seinem unglaublichen Stimmorgan das Publikum sofort in seinen Bann.

Von seiner Familie schon in jungen Jahren in die Kunst des Flamencos eingeweiht, wandte er sich als Teenager der US-amerikanischen Musik zu – denn er war viel in den Clubs der US-Army in Frankfurt am Main unterwegs. Auf einer Tour durch die USA beschäftigte er sich mit den unterschiedlichsten Gesangsrichtungen und schulte sich in Blues, Jazz, Country, Rock, Soul, Salsa und sogar in Rap und R’n’B. In seinem aktuellen Stück „Manicomio Del Arte Mio“ interpretiert Ardillita in einem Atemzug die unterschiedlichsten Gesangsstile und fusioniert den Flamenco auf persönliche und authentische Weise. Dabei heraus kommt ein überzeugender musikalischer Cocktail, kraftvoll, modern und mitreißend, der die Zuhörer direkt in die Beine „swingt“ - Tanzen ausdrücklich erwünscht: Un, dos, tres...Arriba!

In seiner Band hat Ardillita sieben Spitzenmusiker versammelt: mit den Gitarristen Roberto Reigada ’El Fino’ aus Galizien und dem in Galizien und Huelva aufgewachsenen Elias Gomez ’Tate Gomez’ gründete er schon vor über 10 Jahren die Band „MARISMA“. Der Bassist Willy Wagner, ’Tio Willy’, wie ihn Ardillita nennt, spielte schon für Sabrina Setlur, Xavier Naidoo und Glashaus und tourte mit Rio Reiser. Thomas Grüber ’Tomasito’ spielt seit sechs Jahren in seiner Band und ansonsten viel im Latin-Bereich, u.a. auch bei einer Santaner-Cover-Band. David Huertas (Perkussion, Gitarre, Gesang...) ist ein bekannter und alter Hase im Flamenco Business, Percussionist von Rafael Cortés und gleichzeitig erfolgreicher Produzent von "Cafe del Mar". Die aus Utrera stammende und in Hannover lebende Flamencosängerin Carmen Fernández mit ihrer klaren und schönen Stimme ist hier in Berlin schon lange keine Unbekannte mehr, ebenso wenig wie die oft wilden Gitarrenklänge Miguel Sotelos.

13.08. Samstag 20.30 Uhr   „Hechizo de Agua“
Ana Calí

Ana Calí y su grupo Flamenco
Junger Flamenco puro aus Granada

„Hechizo de Agua“ - „Zauber des Wassers“, so nennt Ana Calí ihr erstes eigenes Flamencostück, das inspiriert ist durch ein Gedicht des Poeten Luis Cernuda, in dem es unter anderem heißt: „...Der Zauber des Wassers enthält den Augenblick: die göttliche Rettung von menschlichen Schmerzen. Eine Form, die vom Licht zum Schatten flieht. Die Verwirrung des Todes aufgelöst in einer Melodie...“

Die junge Tänzerin aus Granada hat diesen poetischen Ansatz in den Flamenco transferiert und gemeinsam mit ihrer Gruppe ein Stück entwickelt, welches die erste Samstagnacht auf dem pfefferberg in ein magisches Licht tauchen wird. „Zauber des Wassers“ beleuchtet den Moment im Leben, wenn alles stillzustehen scheint und man glaubt, gleichzeitig in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft blicken zu können. In diesem Augenblick ist es einfach, in den nächsten Zustand einzutauchen und sich zu verwandeln - wie das Wasser, welches zum Meer, zum Brunnen, zum Fluss oder zum Regen wird.

Ana Calís Tanz leuchtet in den Farben einer feurigen Flamencotradition und gleichzeitig eines modernen Kunstverständnisses. Neben dem preisgekrönten Sänger „El Charico“ und der jungen Sängerin „La Nitra“, die schon mit Joaquín Cortés arbeitete und bereits zwei Solo-CDs veröffentlichte, bringt sie zwei hervorragende Gitarristen mit nach Berlin: César López Cubero und Miguel Angel Corral.

César López Cubero ist seit gut fünf Jahren in der Gruppe Maya mit dabei. Trotz seines jungen Alters hat der Gitarrist schon etliche Jahre professionellen Spielens vorzuweisen: Nach seinen Lehrjahren bei M. Angel Cortés, Miguel Ochando und Emilio Maya begleitete er die Bailaora Angustillas im Tablao „Reina Mora“. César tourte durch Marokko, Belgien und Frankreich und nahm an diversen größeren Projekten und Theaterstücken teil, z.B. 2001 im Stück von F. García Lorca „Yo no he nacido todavía“ unter der Regie von Carlos Plaza.

Der aus Granada stammende Gitarrist Miguel Angel Corral kann auf eine langjährige Zusammenarbeit mit namhaften Flamencogrößen verweisen. Enrique Morente, Marina Heredía, Manolito Soler und zahlreiche andere Künstler schätzen die Vielseitigkeit seines Gitarrenspiels, welches neben den Flamencowurzeln auch Einflüsse des Jazz und der lateinamerikanischen Musik erkennen lässt - mit beiden Stilen hat sich Miguel Angel intensiv beschäftigt. Neben seiner Arbeit als Studiomusiker und Begleitgitarrist lehrt der sowohl in der klassischen als auch in Flamencogitarre ausgebildete Musiker am Conservatorio „Reina Sofia“ in Granada Flamencogitarre.

14.08. Sonntag Nachmittagsprogramm:

Flamenco-Kindertheater Laura La Risa

14.00 Uhr   Flohmarkt
15.00 Uhr   „Mi Abuela“ Flamenco-Kindertheater mit Laura La Risa

 

Die Flamencotänzerin und ausgebildete Tanzpädagogin Laura la Risa präsentiert ihr aktuelles Flamenco-Theaterstück für Kinder mit dem Titel „Mi Abuela“ (Meine Oma). Das Stück handelt von dem kleinen Mario und seiner Großmutter, die für jeden Spaß zu haben ist und auf jeder Fiesta tanzt. Doch eines Tages ändert sich alles - die Oma wacht nicht mehr auf und Mario verliert einen Menschen, den er sehr geliebt hat. Mit 25 ihrer Schülerinnen im Alter von 4-18 Jahren thematisiert Laura la Risa den Verlust eines geliebten Menschen, was für jeden - und gerade für Kinder - ein einschneidendes Erlebnis darstellt.

Bereits ab 14.00 Uhr heißt es am Sonntagnachmittag auf dem Flohmarkt wieder: Kleider zu eng? Schuhe zu klein? Wer seine Flamencoklamotten und –accessoires loswerden will, zahlt eine Standgebühr von € 5,- und bekommt von uns Tisch und Bank gestellt. Professionelle Händler entrichten € 20,-. Bitte vorher anmelden! Der Kulturverein La Vasca Flamenca e.V. bietet dazu einen Dekoblumen-Bastelstand für Kinder an. Die Künstlerinnen von Fantasy Faces schminken die Kinder kostenlos mit Fantasiefiguren und bunten Schmetterlingen.

Ana Azules

Abendprogramm:

19.30 Uhr  „Soledad“
Azules
Flamenco mit Liebe zum Detail

Cante, baile y toque - Gesang, Tanz und Gitarre - das sind die drei Säulen, die „heilige Dreifaltigkeit“, auf die sich die Flamencoseele beruft. Mit ihrem Stück „Soledad“ lässt die international besetzte Flamencogruppe azules diese Grundelemente zu einer Einheit verschmelzen. Der Cante steht an zentraler Stelle. Er ist die archaische Kraft des Flamencos, auf dessen Grundlage der Tanz und die Gitarre ihren Weg finden.

Der erste Teil des Programms widmet sich den Soleares und baut diese Flamencoform langsam auf wie einen endlosen Fluss, der im Laufe seines Lebens von einem perlenden Bach zu einem reißenden Strom anschwillt. Im zweiten Teil, Colores, wechseln sich verschiedene musikalische Farben und Stimmungen dynamisch ab: Tangos, Tarantos, Alegrías u.a. reihen sich wie bunte Perlen auf eine Schnur. Das Finale gipfelt in einer großen Fiesta mit vielen hierzu eingeladenen Freunden.

Die Tänzerin Ana Azules hat mit der klaren Stimme der jungen Sängerin Rosa Angeles und - als Gegenpol - der gereiften, tiefen Stimme von José Candela zwei exzellente Vertreter des cante flamenco um sich geschart. Die sensiblen aber auch kraftvollen Klänge, die der Argentinier Sergio Menem seinem Violoncello entlockt, kommen als dritte Stimme hinzu. Die drei spielen mit Melodien, Gesangslinien und ihrer Kraft, die mal klagend, mal jubilierend daherkommt.
Ana Azules, deren Stil ebenso durch Flamencotradition wie durch Moderne inspiriert ist, tanzt dazu kraftvoll und fließend.

Die in Holland lebende, gebürtige Berlinerin, Flamencotänzerin und in Arnhem ausgebildete Dozentin für Modernen, Klassischen und Jazz-Tanz ist uns gut bekannt - hat sie doch das Flamenco Festival auf dem pfefferberg vor 10 Jahren ins Leben gerufen. Auch viele ihrer anderen Projekte, wie die Flamencogruppe „Viva la Fiesta!“ in den Neunziger Jahren, die „Por Fiesta“ Workshops auf dem Lande oder die Flamenco „spezial“ - Kurse in Berlin und Köln haben die deutschsprachige Flamencoszene um vieles bereichert. Während ihrer längeren Aufenthalte in Jerez und Sevilla hat Ana Azules nicht nur vielfältigste Inspiration, sondern auch ihre wichtigsten traditionellen und auch modernen Lehrmeister gefunden. Ihr ebenso durch Flamencotradition und Moderne inspirierter Tanzstil ist zugleich kraftvoll und fließend und hat schon viele begeisterte Anhänger - nicht nur unter ihren zahlreichen Schülern - gefunden. Zuletzt tourte Ana Azules mit der Gruppe „Pasa la Raya“ vor allem in Holland und wird sich in der nächsten Zeit verstärkt auf die Arbeit mit ihrer Gruppe „Azules“ konzentrieren.

15.08. Montag kein Konzert
16.08. Dienstag 19.30 Uhr   „Berlin tanzt Flamenco“
Cornelia “La Minera”

Eine Hommage an 10 Jahre Flamenco Festival Berlin
mit mehr als 25 in Berlin lebenden Flamencokünstler/innen

Vor neun Jahren entstand durch die Initiative einiger Berliner Flamencokünstler/innen das Flamenco Festival auf dem pfefferberg. Aus den damals noch mehr oder weniger spontanen Auftritten an wenigen Abenden hat sich inzwischen eines der drei größten Flamencofestivals in Deutschland entwickelt. Die Berliner Flamencoszene hat stets aktiv am Programm mitgewirkt; jedes Jahr standen unterschiedliche Künstler an ein bis zwei Abenden auf der Bühne. Im Jubiläumsjahr kommen viele von ihnen zu einem gemeinsamen großen Abend zusammen.

Fast alle namhaften Berliner Künstler/innen werden ein vielseitiges, abwechslungsreiches und anspruchvolles Programm präsentieren, welches aus Anlass des zehnjährigen Geburtstags des Festivals mit ausreichend Feierstimmung angereichert sein wird.

Mit dabei sind u.a.
Amparo de Triana, Ana Azules, Blanca Nieves, Cayetana de Ronda, Celia Rojas, Cornelia “La Minera”, Joelle Guerrero, La Antonia, La Mona, La Moraima, Laura la Risa, miguelete, Miriam Jurés, Shirin, Ylva – Tanz
José de Murcia, Maria Lopez, Rubín de la Ana – Gesang
Carlos Andrés “El Canario”, Claudio ’El Compadre’, Georg Kempa, Peer Fritze ’El Marinero’, Rayko Schlee – Gitarre
Tom Auffarth – Perkussion

17.08. Mittwoch 20.00 Uhr  „Cinco temas para decir te quiero“
Warschau-Berlin-Köln-Rotterdam: Flamencofreundschaften
Flamenco verbindet - das weiß jeder Aficionado, ob er nun auf den großen Festivals dieser Welt oder auch nur in seinem Kiez auf Gleichgesinnte trifft. Wer dieser Kunst verfällt, kann sich und andere immer wieder begeistern. Treffen zwei oder mehr „Süchtige“ aufeinander, potenziert sich zuweilen diese Passion und leidenschaftliche Flamencofreundschaften entstehen.

Eine solche hat sich in der Ost-West-Achse zwischen Polen und Holland gebildet. Arturo ’El Polaco’, Magdalena Ziólkowska und Marta Robles aus Warschau, miguelete, Houman Orei und Rayko Schlee aus Berlin, Franco Carmine aus Köln und Ana Azules aus Rotterdam haben sich durch den Flamenco kennen und schätzen gelernt und in den vergangenen Jahren schon oft zusammengearbeitet. Aus den Erfahrungen dieser langjährigen Freundschaft haben die kreativen Künstler mit „Cinco temas para decir te quiero“ speziell für diesen Abend ein Programm entwickelt, das von den unterschiedlichen Persönlichkeiten der einzelnen Künstler geprägt ist und zum größten Teil aus Eigenkompositionen und überraschenden Arrangements besteht. Der musikalische Schwerpunkt des knapp einstündigen Programms wird durch die betörenden Stimmen der Sängerinnen unterstrichen und gibt den Tänzer/innen dennoch Raum für eine kurze pataíta.

Belén Cabanes

 

21.00 Uhr   „Tiempo de Flores“
Flamencotheaterstück
von Flamenco Camerata 2D1

Das Flamencotheaterstück „Tiempo de Flores“ - „Zeit der Blumen“ führt uns zu den emotionalen Wurzeln dieser Kunst. Die Kastagnettenvirtuosin Belén Cabanes, die das Stück selbst eine „Hommage an meinen Vater“ nennt, erzählt mit ihrem Tanz von den schmerzlichen Gefühlen der Trauer und des Abschiednehmens, den ein Kind nach dem plötzlichen Tod seines Vaters durchlebt.

Ihr ausdrucksstarker Tanz vereint in sich moderne und traditionelle Richtungen und trägt die Seele der Protagonistin durch die schwarze Nacht der Verzweiflung bis zum Licht am Ende des tiefen Tals. Die von Andreas Maria Germek eigens für dieses Stück komponierte Musik taucht auch in klassische Stilmittel ein. Seine Gitarrenklänge, die virtuosen Klänge des Cellos von Jakob Schmidt und die Perkussion von Juan Mateos verbinden sich mit der betörenden Stimme von Gloria Palos zu einem breiten Band, in das Belén Cabanes ihre Bilder tanzt.

„Am Ende feiert, im Regen herabfallender Blütenblätter, die Lebensfreude ihren Triumph über die Angst. (…) triumphierte die ursprüngliche Kraft und Weisheit des Flamenco (…)“
Nürnberger Zeitung, 2003

18.08. Donnerstag

19.30 Uhr   „La Magia del Cante“

Gloria Palos Noche del Cante

Sie perlen wie Sekt und können wie ein Dolch zustoßen. Sie erleuchten mit Klarheit, geben raue Ahnung von verlorenem Glück und schreien rasende Gefühle heraus. Sie schmeicheln und verzaubern, klagen und wimmern, befehlen und verzagen. Sie - die magischen Stimmen. Die Stimmen des Jahrhunderte alten und ewig jungen Flamencos.
Mit dem Gesang fing alles an. Und in dieser Noche del Cante sitzt er auf dem ihm gebührenden Thron. Drei junge Sängerinnen und ein junger Sänger werden heute mit dem Publikum eine Reise in die Magie des Cante Flamenco unternehmen.

Rosa Angeles aus Algeciras gewann vor drei Jahren den begehrten Nachwuchspreis beim “Cantiñas"-Wettbewerb in Cádiz und erhielt daraufhin ein Stipendium der “Fundación de Arte Flamenco Cristina Heeren" in Sevilla. El Juanillo, ein grandioser Sänger aus dem Farruco-Clan, wird in dieser Noche del Cante für den tiefen, männlichen Gesangspart sorgen. Der überirdische Gesang der jungen Gitana Gloria Palos aus Cádiz wurde in den letzten Jahren durch die Zusammenarbeit mit Eva „La Yerbabuena“, Manuela Carrasco, Israel Galván perfektioniert. Nieves Diaz begann ihre künstlerische Laufbahn mit spanischen Volksliedern und kam später zum Flamencogesang, für den sie vom Festival Nacional de Lo Ferro 1997 mit dem "Melon de Oro" und 2003 mit dem "Melon de Plata" ausgezeichnet wurde.

Die Gitarristen des Abends - Juán Antonio Gómez, Miguel Sotelo, Andreas Maria Germek und Agustin de la Fuente - geben ihr Bestes, um diese vier Stimmen zu unterstützen. Der Perkussionist und Tänzer Juan Mateos wird nicht nur auf dem Cajón zu sehen sein, sondern auch mit einer kleinen Tanzeinlage dafür sorgen, dass sich neben die akustischen Impressionen dieser Nacht einige visuelle reihen werden.

Das Programm wird an diesem Abend mit einem Blick auf die Geschichte des Flamencogesangs eröffnet. Irene Alvarez, Flamencotänzerin, geprüfte Pädagogin für spanischen Tanz und Flamenco, die derzeit an einem Doktorandenprogramm der Universität Sevilla im Rahmen der Flamencologie-Studien teilnimmt und außerdem ein Tanzstudio in Leipzig leitet, wird hierbei auf die Einflüsse und Beziehungen des Flamencogesangs zur Musik anderer Kulturen eingehen.

19.08. Freitag 20.30 Uhr   „Flamenco Mediterráneo“
Joaquín Ruiz

Joaquín Ruiz y grupo

Flamencokunst und maurische Klänge aus Madrid

Einer der Höhepunkte des Festivals ist ohne Zweifel das Konzert des großen Bühnentänzers und Choreographen Joaquín Ruiz. Der leidenschaftliche Botschafter des Flamenco puro vereint an diesem Abend spanische und maurische Klänge zu einem Gesamtkunstwerk: „Flamenco Mediterráneo“.

Die immense Auftrittserfahrung, die der aus Madrid stammende Joaquín Ruiz in seiner über 20-jährigen Bühnenkarriere in Konzerthäusern dieser Welt gesammelt hat, kommt ihm nicht nur als Tänzer, sondern auch als Choreograph zugute.

Seit vielen Jahren kreiert er eigene Stücke mit seiner Compañía, die bei einigen Produktionen bis zu 20 Künstler zählt. Die Grundlagen seiner bis heute andauernden Leidenschaft wurden früh gelegt, denn seine Eltern waren ebenfalls Tänzer - und Joaquín nahm Tanzunterricht sobald er laufen konnte. Er zählt heute zur Spitze der spanischen Flamencoszene. Gemeinsame Auftritte mit Flamencogrößen wie Blanca del Rey, Carmen Cortés, Antonio Canales und Joaquin Cortés werden ebenso gefeiert wie seine großen Solo-Abende - mit oder ohne Compañia.

Am heutigen Abend wird Joaquín Ruiz von Nieves Diaz unterstützt. Die aus Madrid stammende Sängerin gewann mit 16 Jahren ihren ersten Gesangswettbewerb und wandte sich daraufhin dem Flamenco zu. Seitdem hat Nieves Diaz hier eine unglaubliche Karriere hingelegt: Sie sang in großen Tanzkompagnien, für "Iberico de Danza" und "Flamenco en Route", gewann bedeutende Preise wie 1996 den ersten Preis "por granainas" auf dem Festival de Lo Ferro und tritt inzwischen mit ihrem eigenen Ensemble auf. An der Gitarre Pablo Garcia Palomo aus Madrid, fünffacher Preisträger von nationalen Gitarrenwettbewerben, und Amir Haddad, in Deutschland geborener Palästinenser, der auch bei Radio Tarifa und Tomasito spielt. Nicht nur am Cajón, sondern auch an anderen Perkussionsinstrumenten der spanischen Folklore wie dem Tamburin ist Pablo Martin zu finden. Den im Flamenco seltenen Einsatz eines Saxophons können wir bei diesem Konzert ebenfalls erleben: Pedro Esparza, der nicht nur musiziert sondern auch komponiert und mit Eva „La Yerbabuena“ und Carmen Linares zusammenarbeitete, entwickelt immer wieder Themen für die Choreographien von Joaquín Ruiz.

20.08. Samstag 19.30 Uhr   Präsentation von Workshopergebnissen
Fuensanta "La Moneta" 20.30 Uhr   „más y más“

Der letzte Abend krönt das Jubiläumsfestival mit zwei Nachwuchsstars aus Andalusien: Fuensanta "La Moneta", deren enorme Expressivität durch ihr Gitana-Temperament noch verstärkt wird, stand mit ihren nur 20 Jahren bereits auf den Flamenco-Bühnen in ganz Spanien und Europa. 2003 gewann sie den 1. Preis "El Desplante" beim Tanzwettbewerb des Festivals Cante de las Minas.

Die aus Granada stammende Flamenca arbeitete mit den ganz Großen ihres Fachs zusammen, u.a. mit Mario Maya, Chano Lobato, El Chocolate und Javier La Torre - und war mit letzterem und seiner jüngsten Produktion "Triana, en el nombre de la rosa" noch im März beim Festival de Jerez zu sehen, wo sie anschließend auf einer Juerga eine unglaublich wilde Pata de Bulerías so hinfetzte, dass man nur noch tief durchatmen konnte.

Das andere Wunderkind des Abends kommt aus Sevilla: Jesús Aguilera trat bereits als Solotänzer neben Manuela Carrasco und Juana Amaya auf und tourte mit den Compañas von Cristina Hoyos, Maria Pages und Adrián Galias durch Spanien, Luxemburg und bis nach Japan. Er gewann etliche Preise unterschiedlicher Flamencowettbewerbe bevor er im letzten Jahr seine eigene Compañía gründete.

An der Seite von Agustín de la Fuente, der seine unbändige Energie und faszinierernde Musikalität auf dem pfefferberg oft unter Beweis gestellt hat, singt sein langjähriger Freund und Kollege Rafael de Ronda. Die zweite und muy flamenco klingende Stimme dieser Nacht gehört José Méndez, zu dessen Familie die letztes Jahr verstorbene "Paquera de Jerez" gehörte. José sang bereits für die "Götter" des Flamencohimmels: Eva "La Yerbabuena", Mario Maya, Manolete, Manuela Carrasco, Cristina Hoyos, Carmen Cortés und sogar für den legendären Farruco. Das aus Jerez stammende Perkussionstalent Orillo, ebenfalls langjähriger Freund und Kollege von Augustin de la Fuente, heizt mit seinen dynamischen Rhythmen das Konzert weiter an.

Fin de Fiesta
Der Abend gipfelt in einer bunten Fin de Fiesta, in dem noch einmal viele Künstler/innen der Festivalwoche die Bühne mit ihrer Stimmen, Gitarrenklängen, Zapateados, wilden Kraftausbrüchen oder grazilen Bewegungen füllen - und dem Publikum geben, was es will: "más y más" - "mehr und mehr"...

... bis zum nächsten Festival sind es ja nur noch 12 kurze Monate!

 

 

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